Eloxiertes Aluminium lasern: Was ist möglich?
Eloxiertes Aluminium gehört zu den Werkstoffen, die sich mit dem Faserlaser besonders gut beschriften lassen. Frontplatten, Typenschilder und Gehäuseteile erhalten so eine kontrastreiche Kennzeichnung ohne Farbe oder Folie. Wie das Ergebnis aussieht, hängt vor allem von der Eloxalschicht und ihrer Farbe ab.
Was beim Lasern in der Eloxalschicht passiert
Beim Eloxieren wird die Oberfläche des Aluminiums elektrochemisch in eine harte Oxidschicht umgewandelt. Diese Schicht ist zunächst porös. Bei farbig eloxierten Teilen wird in die Poren ein Farbstoff eingelagert, anschließend werden die Poren verdichtet.
Der Faserlaser bleicht bei der Beschriftung diesen Farbstoff aus. Die Markierung erscheint dadurch hell — je nach Einstellung weiß bis hellgrau — auf dem farbigen Untergrund. Die Eloxalschicht selbst bleibt dabei weitgehend erhalten. Es wird also keine Farbe aufgetragen, die sich ablösen könnte, sondern die vorhandene Schicht wird gezielt verändert.
Kontrast: Welche Eloxalfarbe eignet sich?
Den stärksten Kontrast liefert schwarz eloxiertes Aluminium. Die helle Markierung hebt sich deutlich vom dunklen Grund ab und eignet sich auch für feine Schriften, Skalen und maschinenlesbare Codes. Auch dunkle Blau-, Rot- oder Grautöne ergeben in der Regel gut lesbare Beschriftungen. Einzelne Farbstoffe, etwa bestimmte Rot- oder Goldtöne, bleichen weniger vollständig aus — hier entscheidet das Muster.
- –Schwarz: höchster Kontrast, Standard für Frontplatten und Typenschilder
- –Dunkle Farbtöne: gut lesbar, Kontrast etwas geringer als bei Schwarz
- –Helle Farbtöne: helle Markierung auf hellem Grund, Kontrast deutlich schwächer
- –Natur bzw. farblos eloxiert: kein eingelagerter Farbstoff, die Markierung fällt dezent aus
Unterschiede zwischen Eloxierbetrieben und Chargen
Eloxal ist nicht gleich Eloxal. Schichtdicke, Farbstoff und Verdichtung unterscheiden sich je nach Eloxierbetrieb und Verfahren. Zwei Teile in scheinbar gleichem Schwarz können deshalb beim Lasern unterschiedlich hell markieren.
Für die Serie bedeutet das: Die Laserparameter werden auf das tatsächliche Material eingestellt, nicht auf eine Farbbezeichnung. Wechselt der Eloxierbetrieb oder die Charge, lohnt sich ein kurzer Abgleich am Musterteil, damit das Schriftbild über alle Lieferungen gleich bleibt.
Beschriftung oder tiefere Gravur?
In den meisten Fällen genügt die Beschriftung in der Eloxalschicht. Sie ist glatt, kaum fühlbar und behält die geschlossene Oberfläche bei. Für Bauteile, die stärker beansprucht werden, lässt sich mit dem Faserlaser auch tiefer gravieren. Dabei wird die Eloxalschicht durchtrennt und das Aluminium darunter abgetragen.
Eine solche Gravur ist fühlbar und erscheint metallisch hell. An der gravierten Stelle fehlt dann allerdings die schützende Eloxalschicht. Ob das für Ihren Einsatz unkritisch ist, hängt von der Umgebung des Bauteils ab und sollte vor der Serie geklärt werden.
Feine Schriften und maschinenlesbare Codes
Weil die Markierung in der Schicht entsteht und kaum Material abgetragen wird, lassen sich auf eloxiertem Aluminium sehr feine Details abbilden: kleine Schriftgrößen, Skalenstriche, Symbole und DataMatrix- oder QR-Codes. Der helle Code auf dunklem Grund ist dabei invertiert gegenüber einem gedruckten Code. Die meisten Lesegeräte kommen damit zurecht, bei manchen muss die Erkennung invertierter Codes aktiviert werden.
Für Codes und Skalen ist ein gleichmäßiger Kontrast über die gesamte Fläche wichtig. Gebürstete oder gestrahlte Oberflächen unter der Eloxalschicht beeinflussen das Erscheinungsbild ebenso wie die Farbe. Wir stimmen die Parameter deshalb am Musterteil ab und prüfen die Lesbarkeit, bevor die Serie startet.
Typische Anwendungen und Alternativen
Typische Teile sind Frontplatten mit Bedienbeschriftung und Skalen, Typenschilder mit Seriennummern, Gehäuse, Kühlkörper und Profile. Seriennummern und Codes übernehmen wir aus Ihren Datenlisten oder nummerieren fortlaufend. Im Markierfeld von 600 × 600 mm lassen sich auch größere Platten oder mehrere Kleinteile in einem Durchgang bearbeiten.
Sollen Logos oder Symbole mehrfarbig erscheinen, kann die Laserbeschriftung mit UV-Direktdruck kombiniert werden. Welche Lösung für Ihr Teil sinnvoll ist, zeigen wir Ihnen an Mustern aus Ihrem Material — ohne Mindestmenge, vom Einzelteil an.
Häufige Fragen
- Sollte man vor oder nach dem Eloxieren beschriften?
- In der Regel danach. Die helle Beschriftung entsteht erst durch das Ausbleichen der eingefärbten Schicht. Wird blankes Aluminium vor dem Eloxieren markiert, verändert der anschließende Eloxalprozess das Erscheinungsbild der Markierung. Wenn die Reihenfolge in Ihrem Prozess festliegt, klären wir das Ergebnis am Muster.
- Kann ein Logo auf eloxiertem Aluminium flächig gelasert werden?
- Ja. Flächen werden zeilenweise ausgebleicht, sodass auch größere Logos und gefüllte Symbole gleichmäßig hell erscheinen. Wie homogen die Fläche wirkt, hängt von Eloxalschicht und Farbe ab und lässt sich am Musterteil beurteilen.
