Laserprojekte
RATGEBER · 3 MIN. LESEZEIT

Welche Kunststoffe lassen sich laserbeschriften?

Kunststoff ist nicht gleich Kunststoff — auch nicht für den Laser. Manche Werkstoffe ergeben auf Anhieb eine kontrastreiche Markierung, andere reagieren kaum oder nur mit Zusätzen. Entscheidend sind Polymer, Farbe und die Additive, die der Hersteller beigemischt hat.

Wie die Markierung auf Kunststoff entsteht

Damit der Laser eine Markierung erzeugt, muss der Kunststoff die Laserstrahlung aufnehmen. Viele Polymere sind für die Wellenlänge des Faserlasers weitgehend transparent; sie reagieren erst, wenn Farbpigmente oder spezielle Absorber im Material enthalten sind. Wie der Kunststoff dann reagiert, bestimmt das Ergebnis.

  • –Farbumschlag: Das Material verkohlt an der Oberfläche leicht, es entsteht eine dunkle Markierung auf hellem Grund
  • –Aufschäumen: Kleine Gasbläschen streuen das Licht, es entsteht eine helle, leicht erhabene Markierung auf dunklem Grund
  • –Gravur: Material wird abgetragen, etwa mit dem CO₂-Laser bei Acryl oder Schichtmaterialien

Schwarzer Kunststoff: hell auf dunkel

Schwarze Kunststoffe enthalten meist Ruß als Farbmittel. Ruß nimmt die Laserstrahlung gut auf, das Material schäumt an der Oberfläche auf und die Markierung erscheint hellgrau bis nahezu weiß. Bei schwarzem ABS oder PC entstehen so häufig gut lesbare Beschriftungen ohne weitere Zusätze.

Wie hell die Markierung ausfällt, hängt von der Rezeptur ab. Zwei schwarze Teile aus demselben Grundwerkstoff können sich unterschiedlich verhalten, wenn der Hersteller andere Farbmittel oder Füllstoffe verwendet. Für Schrift und Codes ist ein gleichmäßiger, heller Kontrast wichtig — das prüfen wir am Muster.

Helle Kunststoffe: dunkel auf hell

Auf weißen oder hellgrauen Kunststoffen ist eine dunkle Markierung gewünscht. Sie entsteht durch Farbumschlag, setzt aber voraus, dass das Material die Strahlung ausreichend aufnimmt. ABS und PC lassen sich auch in hellen Farben oft gut beschriften. Bei anderen Werkstoffen bleibt die Markierung ohne Zusätze blass oder entsteht gar nicht.

Kunststoffhersteller bieten dafür lasermarkierbare Einstellungen an, denen ein Laseradditiv beigemischt ist. Wer Teile neu spritzen lässt, sollte die Beschriftung deshalb schon bei der Materialauswahl berücksichtigen — eine nachträgliche Änderung der Rezeptur ist meist aufwendiger.

Eine weitere Möglichkeit sind mehrschichtige Gravurmaterialien, wie sie für Schilder verwendet werden. Der Laser trägt die dünne Deckschicht ab und legt den andersfarbigen Kern frei. Der Kontrast ergibt sich hier aus den beiden Farbschichten und ist dadurch unabhängig davon, wie der Kunststoff selbst auf den Laser reagiert.

Die gängigen Kunststoffe im Überblick

Die folgende Einordnung ist eine grobe Orientierung. Das tatsächliche Ergebnis hängt immer von Rezeptur, Farbe und Oberfläche des konkreten Teils ab.

  • –ABS und PC: meist gut beschriftbar, hell auf Schwarz wie dunkel auf hellen Farben
  • –POM: natur oder weiß ohne Additiv kaum beschriftbar, mit Laseradditiv gute Ergebnisse
  • –PA: stark abhängig von Typ und Füllstoffen, häufig mit Additiv
  • –PE und PP: ohne Zusätze oft nur schwache Markierungen
  • –PMMA (Acryl): wird mit dem CO₂-Laser graviert, die Gravur erscheint mattweiß
  • –PVC: bearbeiten wir nicht, da beim Lasern Chlorwasserstoff (Salzsäuredämpfe) entsteht

Welcher Laser für welchen Kunststoff?

Für die Beschriftung durch Farbumschlag oder Aufschäumen setzen wir den Faserlaser ein. Er erzeugt feine Schriften, Seriennummern und Codes, ohne die Oberfläche spürbar abzutragen. Seriennummern übernehmen wir aus Ihren Excel- oder CSV-Listen oder vergeben sie fortlaufend.

Der CO₂-Laser graviert und schneidet Acryl und andere Kunststoffplatten auf einer Arbeitsfläche von 1600 × 2500 mm. Ist keine ausreichende Markierung im Material möglich, kann UV-Direktdruck eine Alternative sein. Welcher Weg passt, entscheidet am Ende das Muster aus Ihrem Material — ohne Mindestmenge, vom Einzelteil an.

Häufige Fragen

Warum sieht die Beschriftung auf zwei Teilen aus demselben Kunststoff unterschiedlich aus?
Meist liegt es an der Rezeptur. Farbmittel, Füllstoffe und Additive können sich zwischen Herstellern und Chargen unterscheiden, auch wenn die Werkstoffbezeichnung gleich ist. Für gleichbleibende Ergebnisse in der Serie sollte das Material möglichst aus einer festen Quelle kommen.
Welche Angaben brauchen Sie für eine Musterbeschriftung?
Hilfreich sind Werkstoffbezeichnung, Farbe, Hersteller und gegebenenfalls das Datenblatt des Materials. Am wichtigsten sind jedoch einige Originalteile, denn die Reaktion auf den Laser lässt sich verlässlich nur am tatsächlichen Material beurteilen.
Lassen sich transparente Kunststoffe beschriften?
Transparente Kunststoffe lassen den Strahl des Faserlasers größtenteils durch. Acryl wird deshalb mit dem CO₂-Laser graviert und erhält eine mattweiße Markierung. Bei anderen transparenten Werkstoffen klären wir die Möglichkeiten am Muster.

Muster an Ihrem Bauteil?

Wir beschriften Musterteile aus Ihrem Material, bevor die Serie startet.